Wann muss ein Zahlungsantrag nicht exakt beziffert sein?

Von einer exakten Bezifferung kann ausnahmsweise abgesehen werden, wenn diese dem Kläger nicht zuzumuten ist. Das ist der Fall, wenn der Betrag von der Schätzung (§ 287 ZPO) oder gar vom billigen Ermessen des Gerichts abhängig ist, meist bei Schmerzensgeldforderungen. Hier kann der Kläger keinen genauen Betrag angeben, weil er die Maßstäbe des Richters nicht kennt.

Müsste er trotzdem eine Summe angeben, liefe er in ein doppeltes Risiko: Bei einer zu hohen Forderung erfolgt Teilabweisung und damit trifft ihn auch die Kostenlast teilweise. Bei einer zu niedrigen Forderung erhält er weniger, als ihm zugestanden wäre, weil der Richter ja nicht über den Antrag hinausgehen darf.

Allerdings ist zumindest eine gewisse Größenordnung oder ein Mindestbetrag anzugeben, damit der Richter eine gewisse Orientierung hat.