Wie sind Tatsachenbehauptungen und Rechtsansichten zu trennen?

Beides geht regelmäßig ineinander über. Wenn bspw. ein grobes Verschulden behauptet wird, so beinhaltet dies sowohl einen bestimmten tatsächlichen Geschehensablauf als auch die Wertung, dies stelle rechtlich eine schwere Pflichtverletzung dar.

Tatsachenbehauptung ist nur derjenige Vortrag, der mit den Beweismitteln der ZPO festgestellt werden kann.

Ist es ratsam, sich vor Gericht selbst zu verteidigen?

Das kommt darauf an.

Grundsätzlich kann man nur vor dem Amtsgericht (höchstens 5000 Euro Streitwert sowie einige Sonderzuständigkeiten wie Mietstreitigkeiten) ohne Anwalt auftreten. Und prinzipiell ist es auch so, dass man als Beteiligter vor Gericht keine Rechtsausführungen machen, sondern nur Tatsachen schildern muss. Aber die Frage, welche Tatsachen von Bedeutung sind und wie man seine Behauptungen beweisen kann, bedarf oftmals eines geschulten rechtlichen Sachverstands.

Im Endeffekt muss jeder Kläger und Beklagte selbst wissen, was er sich zutraut – gleichzeitig muss ihm aber klar sein, dass er erst beim Urteil erfährt, ob sein Selbstvertrauen gerchtfertigt war.