Haftet man als Prozessbeteiligter für die Beweisanträge der Streitgenossen?

Nein, gemäß § 100 Abs. 3 ZPO spielen diese „besonderen Angriffs- oder Verteidigungsmittel“ dann nur innerhalb seines „Teilprozesses“ kostenmäßig eine Rolle. Hat also ein Beteiligter eine Beweisaufnahme beantragt, die nur für ihn von Bedeutung ist, dann sind deren Kosten ausschließlich im Verhältnis zwischen ihm und seinem Prozessgegner relevant. Wer diesen Prozess verliert, muss die Kosten dieser Beweisaufnahme bezahlen, ggf. nach Quoten. Dies muss in die Kostenentscheidung des Tenors entsprechend aufgenommen werden.

Was bedeutet Anspruchshäufung?

§ 260 sagt:

Mehrere Ansprüche des Klägers gegen denselben Beklagten können, auch wenn sie auf verschiedenen Gründen beruhen, in einer Klage verbunden werden, wenn für sämtliche Ansprüche das Prozessgericht zuständig und dieselbe Prozessart zulässig ist.

Die Anspruchshäufung wird auch als objektive Klagehäufung bezeichnet, da hier mehrere Klagen in verschiedenen Sachen (Objekten) zusammengefasst werden. § 260 wird auch analog angewandt, sodass mehrere Ansprüche gegen unterschiedliche Beklagte zugleich geltend gemacht werden können, ohne dass die Voraussetzungen der Streitgenossenschaft (subjektive Klagehäufung) vorliegen müssen.

Was bedeutet Streitgenossenschaft?

Die Streitgenossenschaft wird in § 59 ZPO geregelt:

Mehrere Personen können als Streitgenossen gemeinschaftlich klagen oder verklagt werden, wenn sie hinsichtlich des Streitgegenstandes in Rechtsgemeinschaft stehen oder wenn sie aus demselben tatsächlichen und rechtlichen Grund berechtigt oder verpflichtet sind.

Die Streitgenossenschaft wird auch als subjektive Klagehäufung bezeichnet, da hier mehrere Klagen gegen verschiedene Personen (Subjekte) zusammengefasst werden.